Ranking Regeln

Lister-Regeln für das Ranking des Club 300 Österreich

erstellt im September 2003 von Dr. Andreas Ranner, diverse Aktualisierungen unter Mitarbeit von Dr. Ernst Albegger zuletzt im Oktober 2007

Prinzipiell bleibt natürlich jedem/jeder BeobachterIn selbst überlassen, welche Arten er/sie für seine/ihre ganz persönliche Liste zählt. Das Spektrum reicht dabei vom Zählen ausschließlicher autochthoner Wildvögel bis zum Miteinbeziehen aller eindeutigen Gefangenschaftsflüchtlinge – z.B. der entflogene Wellensittich des Nachbarn. Um einen Vergleich verschiedener Listen zu ermöglichen, bedarf es aber einiger allgemeiner Regeln, die im folgenden vorgestellt werden sollen. Denn nur solche Zahlen, die unter vergleichbaren Bedingungen zustande gekommen sind, können auch verglichen werden. Um im Ranking dieser Homepage aufgenommen zu werden, muss die Liste daher nach diesen Regeln erstellt sein (unabhängig davon, was der/die Betreffende für sich sonst noch zählt oder nicht zählt).


Taxonomische Grundlage für die Rankings des Club 300 Österreich stellt "James F. Clements, Birds of the World: A Checklist, 5th Edition 2000", inklusive aller Ergänzungen (aktueller Stand: 15. Dezember 2005) dar, hinsichtlich des Österreichrankings unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Artenliste der Vögel Österreichs (abrufbar unter http://www.birdlife-afk.at/ unter den "Downloads"). Dies hat zur Folge, dass alle Rankings auf demselben Artkonzept basieren und somit kompatibel sind. Clements bildet unter anderem die Grundlage für das offzielle Welt-Ranking der American Birding Association (ABA) und wird auch vom Club 300 Deutschland sowie Club 300 Schweiz verwendet. Die Liste von Clements hat den Vorteil, dass sie laufend neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst wird.


Gezählt werden alle in Österreich beobachteten Arten der Kategorien A-C der oben genannten Listen. Darunter sind auch solche Beobachtungen zu verstehen, die in unmittelbarem österreichischem Grenzgebiet von österreichischem oder ausländischem Terrain aus beobachtet werden und bei denen eine sichere örtliche Zuordnung nicht möglich ist. Voraussetzung für die Zählbarkeit ist jedoch, dass der Beobachter derartige Sichtungen kritisch und ehrlich prüft und letztlich zu dem Ergebnis kommt, dass der Vögel mit hoher Wahrscheinlichkeit auf bzw. über österreichischem Terrain gesehen wurde.


Zählbarkeit von Totfunden, verletzt gegriffenen Vögeln und gefangenen Vögeln

(angefügt am 25.9.2006)

1. Todfunde:

Als zählbarer Todfund kommt nur ein noch im Fleisch befindlicher, nicht überwiegend verwester Vogel in Betracht. Rupfungen oder einzelne Federn sind nicht zählbar. Todfunde sind nur für den unmittelbaren Finder / die unmittelbaren Finder zählbar.

2. Verletzt gegriffene Vögel (Pfleglinge):

Verletzt gegriffene Vögel sind nur vom unmittelbaren Finder / den unmittelbaren Findern zählbar. Während der Pflege sind sie nicht zählbar. Wird der Vogel wieder freigelassen, ist er ab dem Moment der Freilassung wieder zählbar.

3. Gefangene Vögel (z.B. bei Beringung):

Gefangene Vögel sind für den Fänger / die Fänger zählbar. Wird der Vogel in Gefangenschaft behalten, ist er nicht zählbar. Ab dem Moment der Freilassung ist der Vogel wieder zählbar.

Die Einteilung der einzelnen Arten der österreichischen Liste in die unterschiedlichen Kategorien folgt international gültigen Kriterien und wird von der AFK wahrgenommen.

Kategorie A

Arten der Kategorie A werden gezählt, wenn sie als autochthoner Wildvogel in Freiheit eindeutig gesehen oder gehört werden und eine Verwechslung mit einer anderen Art ausgeschlossen ist. Beobachtungen jener Arten, die von der AFK bearbeitet werden bzw. an diese mittels Protokoll zu melden sind können erst gezählt werden, wenn sie von der AFK als Nachweis von (wahrscheinlichen) Wildvögeln anerkannt worden sind oder zumindest mit eindeutiger Dokumentation und klarer Chance auf Anerkennung (z.B. belegt durch Fotos oder Tonbandaufnahmen, mehrere Protokolle von verschiedenen Beobachtern, eindeutig bestimmbare Art) bei der AFK eingereicht worden sind.

Beispiele:
  • ein Kuhreiher kann gezählt werden, wenn er als Wildvogel anerkannt wurde, nicht aber, wenn er wahrscheinlich/offensichtlich aus Gefangenschaft stammt.
  • Unter A zählbare Beobachtungen des Bartgeiers sind mit Beginn des Wiederansiedlungs-Projektes praktisch nicht mehr möglich (es sei denn, es gelingt eine entsprechende Ringablesung o.ä.). Die letzte Feststellung eines Wildvogels in Österreich stammt aus dem Jahr 1982, die Auswilderungen in den Hohen Tauern begannen 1986. Sollte sich die Art als Folge dieses Projektes wieder in den Alpen etablieren, kämen diese Vögel in Kategorie C, gegenwärtig werden die ausgesetzten Vögel in den Alpen noch in Kategorie D (die Etablierung einer selbst erhaltenden Population ist noch nicht eingetreten) geführt und sind somit nicht zählbar.

Kategorie B

Arten der Kategorie B (letzte Feststellung als Wildvogel in Österreich vor dem 1.1.1950) können natürlich gezählt werden, wenn man alt genug ist, so dass die Beobachtung vor 1950 erfolgte, und die obigen Regeln zu Arten der Kategorie A sinngemäß zutreffen.

Kategorie C

Arten der Kategorie C können gezählt werden, wenn ein oder mehrere Individuen beobachtet werden, die einer Population angehören, auf die diese Einstufung zutrifft, also aus einer selbst erhaltenden österreichischen Brutpopulation oder als Gastvogel aus einer selbst erhaltenden Population im Ausland.

Beispiele:
  • Mandarinenten können gezählt werden, wenn Individuen aus etablierten Brutpopulationen gesehen werden, nicht aber Flüchtlinge aus einer Wasservogelhaltung.
  • Kanadagänse sind zur Zeit nur als Gastvögel in Kategorie C der österreichischen Liste, die wenigen österreichischen Brutvögel können noch nicht als selbst erhaltend angesehen werden. Mit zählbaren C-Vögeln ist am ehesten im Nahbereich zu etablierten süddeutschen Beständen (Bodensee bis Unterer Inn) und zwischen durchziehenden bzw. überwinternden Feldgänsen (als mitgerissene Angehörige der großen nordeuropäischen Population) zu rechnen.
  • Bei der Rostgans kann ebenfalls im Bodenseeraum und am Unteren Inn von C-Vögeln ausgegangen werden, abseits davon und generell bei der Nilgans (Gast aus NW-Europa) hängt wohl jeder einzelne Fall von einer ehrlichen Selbsteinschätzung der Beobachtungsumstände (Zeit, Ort, Vertrautheit des Vogels, Vergesellschaftung mit anderen Arten) ab.

Kategorien D und E

Beobachtungen von Arten der Kategorien D und E werden für diesen Listenvergleich nicht gezählt.

 

 

Regeln für die Einstufung der Seltenheitskategorien im Sinn der Meldungen und des Rankings des Club300 Österreich

(Stand 10. 10. 2007)

1. Als zeitliches Kriterium wird die Zeit ab 1991 herangezogen. Dieser Zeitpunkt ist deshalb sinnvoll, da ab diesem Zeitraum eine verstärkte Beobachtungsintensität in Bezug auf Seltenheiten in Österreich festzustellen ist. Entscheidend ist nicht die Anzahl der beobachteten Individuen, sondern die Anzahl der Nachweise.

2. Im Wesentlichen spielen nur nationale Erwägungen bei der Einstufung als Seltenheit eine Rolle, regionale bzw. in jeglichem Sinn internationale Seltenheiten werden grundsätzlich nicht miteinbezogen.

3. Es wird zwischen den Kategorien "Selten", Sehr selten" und "Extrem Selten" unterschieden.

4. Als "Selten" wird eine Art bezeichnet, die in Österreich im Jahresdurchschnitt des besagten Zeitraums auf mehr als eine Beobachtung kommt, insgesamt aber nur selten auftritt. Unter diese Kategorie fallen auch Beobachtungen von sehr seltenen Brutvögeln, die abseits der Brutgebiete beobachtet werden (z.B. Blauracke).

5. Als "Sehr selten" wird eine Art bezeichnet, die in Österreich im Jahresdurchschnitt des besagten Zeitraums auf maximal eine Beobachtung kommt, jedoch öfter als alle fünf Jahre auftritt.

6. Als "Extrem selten" wird eine Art bezeichnet, die in Österreich im Jahresdurchschnitt des besagten Zeitraums auf maximal eine Beobachtung innerhalb von fünf Jahren kommt.


Karte Westpaläarktis